Besucher_innen Graffiti an der
KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Über Jahrzehnte sammelten sich Inschriften an den Wänden der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Besucher_innen verewig(t)en sich dort via Graffiti.
Graffiti sind Inschriften, die Privatpersonen ohne Genehmigung, meist anonym, an öffentlichen Orten hinterlassen.
Das Anbringen von Graffiti in der Gedenkstätte ist verboten. Dennoch verewigen sich Menschen hier in dieser Form, möchten sich nachhaltig und öffentlich zu etwas äußern. Einige der Botschaften an den Wänden sind Ausdruck aktiven Gedenkens. Manche Graffiti bezeugen schlicht ein „Ich war hier“, andere enthalten politische oder religiöse Botschaften. Zeichen und Symbole werden je nach Kontext mit Bedeutungen aufgeladen. Diese werden beeinflusst durch die Person, die sie hinterlässt, durch den Ort, an dem sie sich befinden, und durch den Menschen, der sie betrachtet.
Ein weiteres Anbringen von Graffiti soll vermieden werden. Die, die hier existieren, sind jedoch Teil der Geschichte der Gedenkstätte. Durch sie können wir dem näher kommen, was die Besucherinnen und Besucher beschäftigt. Deshalb haben wir uns entschieden, bereits vorhandene Graffiti zu erhalten, zu dokumentieren und zu analysieren.
Wir haben an zwei Orten unser Projekt realisiert.
Im ehemaligen Duschraum und in einem Raum des ehemaligen Lagerbunkers wurden auf Glasplatten die Inschriften kontextualisiert.
Martin Weichselbaumer fotografierte und entwickelte Abbildungen in einem speziellen Verfahren. Diese wurden von ihm auf die Glasoberfläche aufkaschiert. Nina Aichberger kontextualisierte die Bedeutungszuschreibungen der Symbole und die Inhalte diverser Inschriften. So sollen Menschen die Graffiti mit einer anderen Perspektive sehen und zum Nachdenken angeregt werden.